Ein Land, so fern


Darlinghurst

Wir haben es gemütlich angehen lassen und unsere Nachbarschaft erkundet. Schon auf dem Biomarkt ist uns die hohe Dichte von queeren Menschen aufgefallen und dies hat sich bei näherem Hinschauen weiter bestätigt. Regenbogenfarben an einem innerstädtischen Motel, an Geschäften und anderswo.

Diese Bodenplatte, eingelassen im Gehsteig, erzählt von Carlotta, einer australischen Cabaretkünstlerin und Fernsehberühmtheit. In den siebziger Jahren ließ sie eine geschlechtsangleichende Operation vornehmen, was durch ihre Bekanntheit zum öffentlichen Thema wurde. Sie trat bis Anfang der Neunziger im „Les Girls“ auf, eine touristische Attraktion, vielleicht ein wenig vergleichbar mit Romy Haag und dem „Chez Nous“ in Berlin. Unter anderem Carlottas Leben inspirierte zu dem tollen Film „Priscilla, Queen of the Desert“.

Australien schreibt sich auf die Fahnen, divers und der queeren Community gegenüber offen zu sein. Sie haben strenge Anti-Diskriminierungsgesetze, die dieses Land nicht nur in Großstädten, sondern an (fast) jedem Ort queerfreundlich sein lassen. Sydney selbst ist berühmt für das Mardi-Gras-Festival (eines der größten Gay-Pride-Evvents weltweit), welches im Februar und März mit riesiger Parade und diversen Veranstaltungen gefeiert wird.

Um die Ecke gibt es ein jüdisches Museum, das sich mit jüdischem Leben in der Kriegszeit und in Australien beschäftigt und eine Erinnerungskultur wachhalten möchte. Gegenüber im Park steht dieses Monument für die lesbischen und schwulen bzw. queeren Opfer des Holocaust.

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  1. Avatar von Christiane Otto
    Christiane Otto

    Wie berührend ! Danke für diesen Beitrag !

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