
Das jüdische Museum in Sydney erzählt viele Geschichten, so auch die, wie jüdische Menschen nach Australien gelangt sind. England nutzte das australische Land als riesige Strafkolonie, in die auch jüdisch gläubige Engländer verschifft wurden. Die Vergehen bezogen sich auf Diebstähle aller Art, die aus heutiger Sicht sehr hart bestraft wurden (7 oder 14 Jahre, lebenslänglich). Eine Uhr zu stehlen konnte schon mit lebenslänglich bestraft werden. Mit den nachziehenden Siedlern entstand eine kleine jüdische Gemeinde, die vorwiegend aus dem englischsprachigen Raum stammte. Erst mit der Flucht vieler jüdischer Menschen aus Europa änderte sich dies. Heutzutage kommen viele dem jüdischen Glauben anhängende Menschen aus Russland, Südafrika und Israel nach Australien.

Ein anderer Teil des Museums hat die Geschichten von Überlebenden des Holocausts aufgezeichnet, um in Erinnerung zu halten, welch Grausamkeit und Unrecht passiert ist – auch wenn sie schon längst nicht mehr da sind. Sie haben überlebt und konnten in Australien ein Zuhause finden. Sie haben gesprochen darüber, ob sie verzeihen können, was ihre ersten Eindrücke in Australien waren, über ihre Geschichte, ob sie Rachegefühle hatten, was sie den Jüngeren mitgeben möchten. Manche haben das erste Mal erst in einem hohen Alter über ihre Erlebnisse berichtet. Manche vermissen es, keine Verwandten gehabt zu haben, weil alle umgebracht wurden. Oder hätten sich eine Kindheit gewünscht, wie andere Kinder sie haben. Diese Interviews waren sehr berührend und aufwühlend. Und es stimmt eine/n traurig, dass selbst in Australien eine jüdische Einrichtung nicht frei zugänglich ist, sondern mit Sicherheitsabsperrungen gesichert werden muss.
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